Alte Schwarz-Weiss-Fotos - Erbrecht

Erbeinsetzung mehrerer Miterben nach Quoten bei entsprechender Verteilung des Vermögens.

Benennt ein Testament eine Person als “Haupterben” und beauftragt diese mit der Abwicklung des Nachlasses und wird alsdann, unter Einschluss des “Haupterben”, das Geldvermögen des Erblassers nach Prozentsätzen unter mehreren Personen aufgeteilt, so ist dies dahin auszulegen, dass nicht der “Haupterbe” alleiniger Erbe werden soll, sondern dass eine Erbeinsetzung nach Bruchteilen gewollt ist.

Das hat jetzt das Kammergericht in Berlin (KG) in einem Beschluss vom 31.01.2018 (Az. 26 W 57/16) festgestellt. Grundsätzlich ist die Auslegung einer letztwilligen Verfügung Aufgabe des Tatrichters, also des Nachlassgerichts und des an seine Stelle tretenden Gerichts der ersten Beschwerde.

Kaum eine Testamentsart beschäftigt die Nachlassgerichte so häufig wie „Verteilungstestamente“. Juristische Laien verteilen in der Regel ihre „Hauptvermögensmassen“ auf verschiedene Personen. Ob darin eine Alleinerbeinsetzung, eine Miterbenbestimmung, Quotenvermächtnisse, Erbeinsetzungen auf Quoten usw. liegt, ist immer Auslegungsfrage im Einzelfall und kann zu erheblichen Streitigkeiten führen.