Heilmittel: Neue Vorgaben bei Lmpyhödem-Behandlungen

Fachanwalt stellt neue (Rechts-) Lage dar

(von RA Heiko Melcher) Bei der Verordnung von Heilmitteln bei einem Lymphödem hat es seit Jahresbeginn einige Neuerungen gegeben. Etwa für einen langfristigen Heilmittelbedarf hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) jetzt nachgebessert. Eine Übersicht:

Neue Regeln bei der Verordnung von Heilmitteln, neue Vorgaben für die Praxis-EDV und neue ICD-10-Schlüssel für die Kodierung des Lymphödems: Für Ärzte undTherapeuten, die Patienten mit Lymphödem behandeln, hat es zuletzt einige Neuerungen bei den rechtlichen und organisatorischen Vorgaben gegeben.

In der Vergangenheit wurde der ICD-Schlüssel I89.0 relativ oft eingesetzt bei der Verordnung von manuellen Lymphdrainagen (MLD) – es gab bislang keine 5-stelligen ICD-10-Schlüssel für Lymphödem-Patienten. In der ICD-10-GM Version 2017 können nun differenzierte, stadienbezogene Codes verwendet werden.

Wer weiterhin den alten Schlüssel auf dem Muster 13 verwendet läuft Gefahr, dass er mit der Verordnung unter die Wirtschaftlichkeitsprüfung gem. § 106 SGB-V fällt. In den Diagnose-Listen, in denen die „budget-neutralen“ Codes gelistet sind, finden sich nun die neuen 5-stelligen Codes in der Lymphologie. Tatsächlich sind für eine Verfeinerung der Diagnose aus dem „Sammelbecken für Lymphödeme“ I89.0 eine Reihe von endstelligen Schlüsseln geworden, die es erlauben, nach Stadium, Ätiologie und Körperregion des Ödems zu differenzieren.

So steht der Schlüssel I89.00 für ein Lymphödem der oberen und unteren Extremitäten im Stadium I, I89.01 für Stadium II und I89.02 für ein Lymphödem am selben Ort im Stadium III. Auch andere Codes für Lymphödeme sind nun endstellig – je nach Stadium und Körperregion – darstellbar, beispielsweise das hereditäre Lymphödem, Q82.0, mit den Schlüsseln Q82.00 und folgende.

Seit April sollen die Listen mit den Diagnosen in der Praxis-EDV hinterlegt sein: Es sollen also die ICD-10-Codes aus den Diagnoselisten „Besondere Verordnungsbedarfe“ und „langfristiger Heilmittelbedarf“ in der Praxis-EDV erkennbar sein. Ziel ist, dass der Arzt bereits bei der Verordnung von Heilmitteln erkennen kann, ob die Verordnung budget-relvant ist oder nicht. Hier lohnt es sich, bei der Verordnung darauf zu achten, ob das Arztinformationssystem oder die Software die entsprechende Hilfestellung auch liefert, so Stölzl.

Eigentlich hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Ärzten die Verordnung der Manuellen Lymphdrainage erleichtert, nachdem die neuen Diagnosenschlüssel in Kraft getreten sind. Nach aktuellem Beschluss sind jetzt Lymphödeme ab Stadium II als Diagnosen für langfristigen Heilmittelbedarf gelistet. Zuvor galt dies nur für Lymphödeme ab Stadium III (Elephantiasis).

Die konsequente und fortlaufende Therapie mit Manueller Lymphdrainage als Bestandteil der kombinierten Physikalischen Entstauungsbehandlung, so der G-BA in einer Pressemitteilung zu dem Beschluss, „ist für die Mehrheit der Patienten ab Stadium II als wichtigste Maßnahme indiziert, um die Progression zu verhindern und Komplikationen zu vermeiden“. Der Beschluss ist allerdings noch nicht in Kraft getreten.

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