Oldtimer als Anlageobjekte

(Von RA Jörg Diebow)

Längst hat es sich herumgesprochen, dass in Zeiten niedriger Zinsen und der vielfachen Unsicherheiten im Bankensektor die – wohldurchdachte (!) – „Flucht in Sachwerte“ das Mittel der Wahl sein kann, um einem weiteren Vermögensverfall entgegenzuwirken.

Vor etwa 14 Jahren wurde durch den Verband der Automobilindustrie (VDA) erstmals der Deutsche Oldtimer-Index aufgelegt. Basis war die Preisentwicklung unterschiedlichster Fahrzeugtypen (zuletzt 88 Modelle aus sieben Nationen), die in ihrer Gesamtheit den deutschen Oldtimermarkt repräsentieren. Die Berechnung basiert auf Analysen von Sachverständigen sowie auf Auktionsergebnissen, wobei zur Vermeidung von Verzerrungen durch besonders wertvolle Sammlerstücke ausschließlich Nachkriegsfahrzeuge berücksichtigt wurden. Seit Auflage des Oldtimer-Index haben sich die Preise in Deutschland mehr als verdoppelt. Nach Meinung von Fachleuten wird dieser Trend anhalten: In Krisenzeiten sind Sachwerte begehrter denn je.

Nach einer anfangs verhaltenen Entwicklung der Indices (Steigerung von insgesamt nur 15 % in den ersten fünf Jahren) setzte eine steile Aufwärtsentwicklung an, die vor sechs Jahren infolge der globalen Finanzkrise an Fahrt gewann. Die Verdoppelung des Ausgangsindexwertes von 1000 Punkten ist schon im Jahr 2009 eingetreten. Seit Beginn der Indexberechnung beträgt die erzielte jährliche Rendite durchschnittlich knapp 6 %. Interessanterweise wurden die höchsten Gewinne nicht durch die klassischen Edelmarken, sondern etwa mit dem Citroen 2 CV 6 („Ente“), dem Fiat 500 F und dem Renault R 4 erzielt.

Die Zeiten, in denen sich vor allem Technikfreaks, Schrauberkönige und Hobbysammler für Oldtimer interessiert haben, sind vorbei. Dabei müssen es nicht unbedingt die für die meisten Mitbürger unerschwinglichen Fahrzeuge sein, die Rennsportgeschichte geschrieben haben oder sich im Besitz einer Berühmtheiten befunden haben. Ebenso wichtig sind die Rarität und das Design. Um den technischen Zustand und die wichtige Originalität zu prüfen, ist die Einholung von Gutachten durch Fachwerkstätten oder Sachverständige unabdingbar. Dazu hat sich das Fahrzeug in einem bestmöglichen technischen und optischen Zustand zu befinden. Auch die lückenlose Dokumentation von Herkunft, Historie und Stückzahlen bzw. Seriennummern ist für Investoren von Bedeutung.

Investitionen in Oldtimer entsprechen damit nicht nur dem Trend, sondern stellen eine sinnvolle und potentiell ertragreiche Alternative zu sonstigen Investitionen dar. Wichtig ist dabei eine optimale Einschätzung der mutmaßlichen Wertentwicklung der Investitionsobjektes sowie eine realistische Wertbemessung des Objektes selbst. Hierbei und bei der künftigen Marktbeobachtung sowie insbesondere bei der späteren Erhaltung und Veräußerung des Fahrzeuges gilt es die rechtlichen Rahmenbedingungen und Rechtsgrundlagen zu beachten, damit die Investition auch im Nachhinein lohnend bleibt.

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